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Wie gesund ist E-Bike fahren?

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Artikel von Paul Nettersheim GmbH – We+Bike Magazin
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Gesundheit & E-Bike: Von vielen wird das E-Bike als ein Fortbewegungsmittel gesehen, dass ohne große Anstrengung gefahren werden kann und somit kaum Auswirkungen auf die Gesundheit und körperliche Fitness hat. Die medizinische Hochschule Hannover (MHH) hat dieses und das Nutzungsverhalten untersucht – mit einem bemerkenswerten Ergebnis.

Die E-Bike Gesundheit Studie vom Institut für Sportmedizin zeigt deutlich, dass Menschen für ihre täglichen Transportwege das E-Bike öfter nutzen als das herkömmliche Fahrrad. Insgesamt konnten 101 Probanden (47 Frauen, 54 Männer) aus vier hannoverschen Unternehmen mit einem Durchschnittsalter von 43 Jahren eingeschlossen werden. Alle Teilnehmer/innen durchliefen jeweils einen zweiwöchigen Messzeitraum mit und einen ohne E-Bike. Das E-Bike wurde ihnen im Rahmen der Studie zur Verfügung gestellt. Die objektive und subjektive Anstrengung, die Fahrtdauer, die Wegstrecken und die Häufigkeit der Fahrten wurden in einer eigens dafür entwickelten App aufgezeichnet und analysiert.

Die Auswertung zeigt, dass das E-Bike im Vergleich zum Fahrrad häufiger genutzt wurde (5,3x/Woche vs. 3,2x/Woche), was zu einer höheren Anzahl an Bewegungsminuten mit dem E-Bike führte (174 Minuten pro Woche). Mit dem Fahrrad konnten lediglich knapp 100 Minuten erreicht werden. Die einzelnen Wegstrecken sind dabei in etwa gleich geblieben, diese wurden lediglich vermehrt mit dem E-Bike zurückgelegt. Was in der Praxis nicht verwunderlich ist, denn die täglichen Wege verlängern sich nicht automatisch durch das E-Bike. Auch sind die E-Biker nur unwesentlich kürzer unterwegs gewesen. Grund dafür ist wohl die auf 25 Km/h begrenzte Tretunterstützung, welche auch mit dem Fahrrad gut und schnell erreicht werden kann. Nichtsdestotrotz bleibt das erste Zwischenfazit:

Das E-Bike wird für die täglichen Wege häufiger genutzt, als das herkömmliche Fahrrad!

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Der richtige Speed für die Gesundheit

Mangelnde Bewegung und ständiges Sitzen sind Hauptursachen von sogenannten Volkskrankheiten wie: Herz-Kreislauf-Beschwerden, Diabetes und Krebs. Um diesen entgegenzuwirken, haben führende Gesundheitsinstitute sogenannte „Fitness Guidelines“ entworfen, welche die Intensität und den Umfang der Bewegung definieren. So empfiehlt beispielsweise das American College of Sports Medicine (ACSM) moderate Aktivität (Bereich von 64-76% der maximalen Herzfrequenz) von mindestens 150 Minuten pro Woche.

Die Studie konnte zeigen, dass sowohl mit dem Fahrrad als auch mit dem E-Bike physische Belastungen erreicht werden können, die nach den Kriterien der ACSM im moderaten Bereich liegen. Die durchschnittliche Herzfrequenz beim E-Bike fahren lag nur ca. 8 % unter der der Radfahrer (109 S/Min vs. 118 S/Min). Allerdings konnten in dieser Untersuchung nur mit dem E-Bike die geforderten 150 Bewegungsminuten pro Woche erreicht werden.

Mit oder ohne E-Antrieb? Das E-Bike wird zumindest öfters genutzt als das herkömmliche Fahrrad.

Fazit der E-Bike Gesundheit Studie:

Das E-Bike wird bei ähnlich langen Wegstrecken öfter genutzt als das herkömmliche Fahrrad und es können damit Belastungen erreicht werden, die als moderate Aktivität zu klassifizieren sind. Es empfiehlt sich somit als ein Erfolg versprechendes Fortbewegungsmittel, um die vom ACSM vorgegebenen „Fitness Guidelines“ einzuhalten. Dem E-Bike kann so ein großer Nutzen zur Erhalt der körperlichen Gesundheit attestiert werden und bietet allen, die sonst eher das Auto nehmen bzw. ein niedrigeres Leistungsniveau haben, eine umweltschonende und gesundheitsfördernde Alternative. Individuelle Voraussetzungen des Nutzers sollten allerdings immer mit berücksichtigt werden.

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Die Studie schließt mit der Empfehlung:

„Die Integration des E-Bikes beim Pendeln zur Arbeit ist eine oft ungenutzte Ressource, die vom Arbeitgeber unterstützt werden sollte und sich positiv auf die Mitarbeitergesundheit auswirken kann.“