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Deutschland fährt Rad

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Artikel von Paul Nettersheim GmbH – We+Bike Magazin
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Die Zweiradbranche verzeichnete 2020 trotz sechswöchigem Lockdown einen Umsatzanstieg von nahezu zehn Prozent. Die Auswirkungen: Deutschland fährt Rad!

Wie kein anderes Ereignis hat die globale Pandemie das Mobilitätsverhalten der Menschen nachhaltig beeinflusst. Dies zeigen das Rekordergebnis der weltgrößten Fahrradkampagne „Stadtradeln“ und die ausgewerteten Daten der weltgrößten Outdoor-Aktivs-Plattform, Strava.

115 Millionen Fahrradkilometer

An der vom „Klima-Bündnis“ initiierten Kampagne haben im Zeitraum von Mai bis Oktober 2020 satte 545.988 Radlerinnen und Radler aus 1.482 kleinen und großen Kommunen teilgenommen – Rekord. Das ist aber nicht der einzige Rekord, denn zusammen erradelten die Pedalhelden mitten in der Corona-Pandemie erstaunliche 115 Millionen Radkilometer.

Damit Sie sich ein Bild machen können, die Strecke entspricht etwa:

  • 150 Touren zum Mond und zurück. (Jeweils 384.400 km pro Strecke)
  • Gut einem Flug zur Sonne und zurück. (Je 147 bis 152 km pro Strecke)
  • 874 Umrundungen der Erde.
  • 500 Touren über das komplette deutsche (überörtliche) Straßennetz (ca. 230.000 km)
  • 801-mal der Durchschnitts-Pkw-Fahrstrecke der Deutschen 2019 (11.733 km)

17.000 Tonnen CO2 eingespart!

Angetrieben durch die Vermeidung des ÖPNV aus Infektionsschutzgründen, erfuhr der Individualverkehr im Jahr 2020 einen gehörigen Schub. Erfreulicherweise nicht nur im Pkw-Sektor, sondern besonders stark im Fahrradbereich. Den positiven Effekt auf das Klima machen auch die Zahlen deutlich, denn durch die 115 Mio. km sparten die Radlerinnen und Radler gut 17.000 Tonnen CO2 ein.

„Signifikant gestiegener Radverkehrsanteil“

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Nicht nur beim Stadtradeln konnten wir in diesem Jahr einen starken Zuwachs an Teilnehmenden beobachten, auch Kommunen berichten uns von einem signifikant gestiegenen Radverkehrsanteil.

André Muno von der Initiative „Klima-Bündnis“

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Ferner hofft Muno, dass die Radbegeisterung in Deutschland auch nach der Pandemie weiter anhält. Optimistisch machen ihn in dieser Hinsicht vor allem innovative Radverkehrskonzepte und Maßnahmen wie Pop-Up-Radwege.

„Ich wünsche mir, dass diese lösungsorientierte Herangehensweise auch weiterhin an den Tag gelegt wird. Denn ein nachhaltiger Zuwachs des Radverkehrsanteils lässt sich nur mit einer gut ausgebauten Radinfrastruktur sichern“, so Muno weiter.

André Muno von der Initiative „Klima-Bündnis“

Die drei erfolgreichsten Kommunen im Aktionszeitraum waren im Übrigen:

  • Berlin (ca. 3,5 Mio. km),
  • die Region Hannover (ca. 3 Mio. km)
  • und Leipzig (ca. 2,5 Mio. km).

Die Ergebnisse in Ihrer Region können Sie bei Stadtradeln einsehen.

Auch radsportlich aktiver unterwegs

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Im Corona-Jahr 2020 spielt das Fahrrad auch als Sportgerät eine größere Rolle denn je. Dies zeigen die weltweit ausgewerteten Daten des Facebooks für Radsportlerinnen und Radsportler, Strava.

Die Datenanalyse des Anbieters zeigt, dass der Radfahr- bzw. Radsportboom kein subjektiver Eindruck ist. Er zeichnet sich auch anhand handfester Daten ab. Allein im März übertrafen die Radsportler in Deutschland die Prognosen des Unternehmens um satte 45 Prozent. Und dabei geht es nur um die Aufzeichnung über alle Outdoor-Aktivitäten angefangen vom Wandern über das Radeln bis zum Laufen hinweg.AUCH INTERESSANT

Mehr Kilometer, mehr Höhenmeter

Noch größer war der Bewegungsdrang im Radsportsegment (Rennrad & Mountainbike). Bisher kamen im Jahr 2020 wahnsinnige 581 Mio. km zusammen. Gegenüber dem Vorjahr (356 Mio. km) entspricht das einem Plus von 63 Prozent. Das entspricht etwa dem 14.500-fachen Erdumfang. Komplettiert wird das Muster höher, schneller, weiter durch einen Höhenmeterrekord.

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Im Jahr 2020 kletterten deutsche Radsportlerinnen und Radsportler 5,0 Mrd. Höhenmeter. Im Jahr 2019 waren es „nur“ 3,3 Mrd. Höhenmeter. Einmal um die Größenordnung zu verstehen: 5 Mrd. Höhenmeter entsprechen einer Höhe von 565.099 aufeinander getürmten Mt. Everests.

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Frauen steigen mehr aufs Rad

Aus den Daten von Strava geht außerdem hervor, dass die Damen zu 91,5 Prozent häufiger auf das Fahrrad gestiegen sind als im Vorjahr. Die Herren brachten es dagegen nur zu einer vergleichsweise bescheidenen Steigerung von nur 49,5 Prozent.